04.11.2010 RSS Feed

2. Deutsche Bundeselite am 04.11.2010

Leistungsschau bester deutscher Genetik – die 2. Bundeselite der Deutschen Herdbuchzucht Schwein war wieder ein voller Erfolg

Am 4.11.2010 war es soweit. Beste Genetik in Gestalt von 51 ausgesuchten Ebern verschiedener Rassen hatte den Weg nach Laasdorf in Thüringen gefunden. Aus ganz Deutschland, von Neumünster und Rostock im Norden, von Passau und der Schwäbischen Alb im Süden, vom Niederrhein und aus Ostsachsen waren Züchter in die Mitte Deutschlands gekommen. Demgegenüber standen ein zahlreiches Publikum und Interessenten aus den Niederlanden, Belgien, der Schweiz und Österreich.

Der Mitteldeutsche Schweinezuchtverband e.V. hatte aus Anlass der 20-jährigen Wiederkehr der Neugründung der Herdbuchzuchtverbände Mitteldeutschlands den Zuschlag zur Ausrichtung dieser 2. bundesweiten Eliteauktion bekommen. Das Vermarktungszentrum des Landesverbandes Thüringer Rinderzüchter in Laasdorf bot einen ansprechenden Rahmen für die Durchführung dieser Veranstaltung und war optimal ausgestaltet worden. Die sieben deutschen Herdbuchzuchtverbände hatten leistungsstarke und exterieurbetonte Jungeber gemeldet. Die Beschickung dieser Elite war im Vorfeld entsprechend des Umfanges der jeweiligen Herdbuchbestände kontingentiert worden. Demzufolge stellte der Schweinezuchtverband Baden-Württemberg mit 15 Ebern den mit Abstand größten Block dieser ausgewählten Zuchttiere gefolgt vom gastgebenden Mitteldeutschen Schweinezuchtverband mit 10 Tieren. In sechs Wertungsklassen wurden die Eber bewertet und Sieger sowie Platzierte bestimmt. Die Bewertungskommission, bestehend aus vier Zuchtleitern der DHS-Verbände, hatte die nicht leichte aber reizvolle Aufgabe die Rangierung der TOP-Tiere vorzunehmen.


Den Anfang der Bewertung machte die Deutsche Landrasse mit fünf Ebern aus drei Verbänden. Drei Tiere waren stationsgeprüft und alle Eber mit exzellenten Mutterleistungen hinsichtlich Fruchtbarkeit ausgestattet. Siegereber wurde Katalognummer 2, ein Naval-Sohn aus der Landrasse-Zucht St.Michaelis des MSZV, welcher in der LPA Köllitsch aufgezogen wurde. Er präsentierte sich harmanonisch und stabil mit bestem Fundament und guter Gesäugeanlage, Ein Topas-Sohn aus der Zucht der Familie Lohr Aach-Linz (Katalognummer 5) und die Katalognummer 8, ein Nortik-Sohn aus der Zucht von Otto Kremling/Waigoldshausen (beide SZV-BW) standen ihm nur wenig nach und belegten die folgenden Plätze.

Auch die Eber des Rasseblockes Deutsches Edelschwein/Large White zeigten höchstes Niveau hinsichtlich Exterieur und Mutterfruchtbarkeit. Hier dominierte wie im Vorjahr ein Eber aus der Large White-Zucht von Thomas Tillig/Ebersbach (MSZV). Der Nobell-Sohn (Katalognummer 14) zeigte sich bei 862 g Lebenstagszunahme großrahmig und besonders harmonisch mit ausgezeichneter Gesäugeanlage. Gefolgt wurde er von Katalognummer 13, einem etwas kompakteren Wegerich-Sohn aus dem gleichen Zuchtbetrieb, der damit einen Doppelsieg verbuchen konnte. Ein Eber des HSZV, ein Brixer-Sohn aus der Bauern AG Neißetal Schenkendöbern in Brandenburg (Katalognummer 11) erzielte den Ic-Preis.

Die inzwischen langjährig als Vaterrasse gezüchteten Durocs waren diesmal mit fünf aufgetriebenen Ebern vertreten. Auch hier waren zwei prüfstationsgeprüfte Eber mit 1.000 g Prüftagszunahme zu bewerten Es dominierten gut bemuskelte Eber aus der renomierten Duroc-Zucht von Jürgen Rohwer/Brammer (SHZ-SH). Die beiden Boston-Söhne (Katalognummer 16 und 17) aus Power-Töchtern zeigten eindrucksvolle Vaterrassenbemuskelung und wurden Sieger und 1b-Preisträger. Der Mecklenburger Pompidou-Sohn aus dem Zuchtbetrieb Roder/Viecheln (Katalognummer 18, HSZV) erzielte den 1c-Preis.

Naturgemäß stellte die Rasse Pietrain den Großteil der aufgetriebenen Eber. Sie dominiert als Vaterrasse nach wie vor in Deutschland und inzwischen auch in Europa. Deshalb wurden die 38 Eber von 18 Züchtern in drei Altersgruppen unterteilt. Die Eber der älteren Altersgruppe führte ein Vivaldi-Sohn (Katalognummer 38) aus der Zucht von Familie Lohr/Aach-Linz an. Bestechend bei ihm waren Kapazität, Trockenheit, Länge und eine optimale Bemuskelung. Es folgten Katalognummer 34, ein Chiko-Sohn aus dem Zuchtbetrieb Sommer/Dielheim-Unterhof und Katalognummer 36, ein Bonbon-Sohn der Zuchtstätte Wichert/Oberdischingen (alle SZV-BW). Die mittlere Altersklasse dominierte Katalognummer 45, ein rundum harmonischer Chiko-Sohn aus dem Zuchtbetrieb Schwarz/Aglasterhausen. Dieser Eber zeigte hinsichtlich Typ, Bemuskelung und Stabilität alles, was ein moderner Pietraineber zeigen kann. In der Rangierung folgten ein Chiko-Sohn (Katalognummer 40) aus der Zucht von Familie Lohr/Aach-Linz (beide SZV-BW) und ein Maestro-Sohn (Katalognummer 55) vom Zuchtbetrieb Norbert Lippert/Euerdorf (EGZH), der im etwas kompakteren Typ maximales Fleischansatzvermögen demonstrierte.

In der jüngsten Altersgruppe stach mit Katalognummer 80 der jüngste Eber, ein Chiko-Sohn aus dem Zuchtbetrieb von Eckhard Weber/Niederstetten (SZV-BW) die Mitkonkurrenten aus. Im Alter von reichlich sechs Monaten präsentierte er sich als erstaunlich fertiger Eber mit allerbestem Typ und voller Harmonie im Ring. Ihm kann sicher eine glänzende Zukunft vorausgesagt werden. Es folgte in der Rangierung ein Bosse-Sohn aus der Zuchtstätte Carsten Rohwer/Schülp ((Katalognummer 59, SHZ-SH), sicher geprüfte neue Genetik aus dem Norden, und ein weiterer Chiko-Sohn (Katalognummer 71) des Zuchtbetriebes Eckhard Weber/Niederstetten (SZV-BW).

Insgesamt wurde eine ganze Reihe hervorragender Pietrainjungeber verschiedenster Genealogien vorgestellt, die weiterhin eine zielgerichtete Bearbeitung dieser Rasse und den Ausbau der Spitzenstellung erwarten lassen. Dazu dienen verschiedenste Leistungsprüfsysteme und moderne Zuchtwertschätzverfahren. In diesem Jahr dominierten Söhne des Besamungsebers Chiko/Abstetterhof das Geschehen. Dieser reinerbig stressstabile Stammeber ist in Reinzucht und Kreuzung sehr gut geprüft und ein sehr sicherer Typvererber. Fünf der neun prämierten Jungeber waren Chiko-Söhne!

Die anschließende Auktion gestaltete sich für Züchter und Käufer zu einer spannenden Angelegenheit. Interessenten von allen renommierten deutschen Besamungsstationen aber auch aus den Niederlanden, Belgien und Österreich zeigten Interesse an den Spitzenebern. Als Auktionator war Karl-Dieter Fischer gewonnen worden. Er führte in gewohnt souveräner Art mit vielen pointierten Einwürfen durch die Versteigerung und konnte jeden Eber an den Mann bringen. Die Preise im Bereich der Mutterrassen und der Duroc-Eber blieben noch im erwarteten Rahmen. Die Spitzentiere gingen dabei nach Nieder- und Oberösterreich bzw. blieben in deutscher Hand. Die Züchter waren durchaus zufrieden. Bei der Rasse Pietrain gab es dann ein heftiges Wettbieten um die interessantesten Zuchttiere. Spitzenpreise erzielten Eber der Zuchtbetriebe Weber/Niederstetten und Lippert/Euerdorf mit 7.700 bzw. 7.500 €. Diese Eber werden künftig in der Besamung der GFS Ascheberg bzw. auf einer KB-Station in Spanien ihren Dienst tun. Sehr hohe Preise von über 4.500 € erreichten ebenfalls die prämierten Tiere aus den Zuchtbetrieben Rohwer/Schülp, Schwarz/Aglasterhausen, Wichert/Oberdischingen und Lohr/Aach-Linz. Diese Eber verstärken die Bestände in den deutschen Besamungsstationen und werden dort reges Interesse bei Züchtern und Ferkelerzeugern finden. Über alle versteigerten Eber hinweg konnte ein Durchschnittspreis von 2.757 € erreicht werden. Die 38 Pietraineber kosteten im Durchschnitt 3.226 €. Somit konnte das schon hohe Preisniveau des Vorjahres noch deutlich überboten werden.

Ein gemeinsamer Züchterabend, in dessen Rahmen vom Vorsitzenden des MSZV Bert Kämmerer kurz Rückblick auf 20 Jahre Zucht- und Verbandsentwicklung im mitteldeutschen Raum genommen wurde, führte noch einmal Züchter und Käufer zusammen. Es herrschte Einigkeit, dass die 2. Bundeselite der Deutschen Herdbuchzucht Schwein als voller Erfolg bezeichnet werden muss und die angebotene Tierqualität voll und ganz überzeugt hat. Die Organisation der Veranstaltung wurde vielfach als äußerst gelungen bewertet. Die Züchter richten ihre Gedanken nun bereits auf die 3. Bundeseliteauktion im Jahr 2011.



Der Siegereber der Deutschen Landrasse kommt aus der Jungsauen und Mastferkel GmbH St. Michaelis (MSZV)

Der Siegereber der Deutschen Landrasse kommt aus der Jungsauen und Mastferkel GmbH St. Michaelis (MSZV)


Der Siegereber der Rasse Large White, ein Nobell-Sohn aus der Tillig GbR Ebersbach (MSZV) wird versteigert

Der Siegereber der Rasse Large White, ein Nobell-Sohn aus der Tillig GbR Ebersbach (MSZV) wird versteigert



Katalognummer 14 siegte bei der Rasse Duroc, gezüchtet von Jürgen Rohwer/Brammer (SHZ-SH)

Katalognummer 14 siegte bei der Rasse Duroc, gezüchtet von Jürgen Rohwer/Brammer (SHZ-SH)


Besonders harmonisch im modernen Typ, der Siegereber der älteren Pietrain, ein Vivaldi-Sohn der Zucht Lohr/Aach-Linz (SZV-BW)

Besonders harmonisch im modernen Typ, der Siegereber der älteren Pietrain, ein Vivaldi-Sohn der Zucht Lohr/Aach-Linz (SZV-BW)



Ausdrucks- und leistungsstarke Chiko-Söhne siegten in den Wertungsklassen mittlere und jüngere Pietrain, Kat.-Nr. 45 züchtete die Schwarz GbR/Aglasterhausen ...

Ausdrucks- und leistungsstarke Chiko-Söhne siegten in den Wertungsklassen mittlere und jüngere Pietrain, Kat.-Nr. 45 züchtete die Schwarz GbR/Aglasterhausen ...


... und die Kat.-Nr. 80 Eckhard Weber/Niederstetten (beide SZV-BW)

... und die Kat.-Nr. 80 Eckhard Weber/Niederstetten (beide SZV-BW)



Die Preisträger der mittleren Pietraineber bei der Rangierung im Ring

Die Preisträger der mittleren Pietraineber bei der Rangierung im Ring


Der 1b-Preisträger der jüngeren Pietraineber wird versteigert, Züchter Carsten Rohwer (SHZ-SH), Zuschlag bei 4.500 €

Der 1b-Preisträger der jüngeren Pietraineber wird versteigert, Züchter Carsten Rohwer (SHZ-SH), Zuschlag bei 4.500 €



Die Bewertungskommission rangiert die jüngeren Pietraineber

Die Bewertungskommission rangiert die jüngeren Pietraineber


Katalognummer 71 war mit 7.700 € der teuerste Eber der Elite, Züchter: Eckhard Weber/Niederstetten (SZV-BW)

Katalognummer 71 war mit 7.700 € der teuerste Eber der Elite, Züchter: Eckhard Weber/Niederstetten (SZV-BW)



Auktionator Karl-Dieter Fischer mit 24 Züchtern aus 6 Verbänden und 10 Bundesländern

Auktionator Karl-Dieter Fischer mit 24 Züchtern aus 6 Verbänden und 10 Bundesländern



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